Ökumenisches Forum Christlicher Frauen Europa (ÖFCFE)

Ecumenical Forum of European Christian Women (EFECW)
Forum Oecuménique de Femmes Chrétiennes d'Europe

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28.07 bis 2.08.09
Nachbarinnentreffen Ost: Round the Baltic Sea

Nachbarinnen rund um die Ostsee

Vom 28.Juli bis 2.August trafen sich in der Nähe von Vilnius/Litauen 24 Frauen aus 7 Ländern unter dem Motto “Round the Baltic Sea“. Es war das 8. Nachbarinnentreffen, mit dem wir eine Tradition des ÖFCFE fortsetzten, die 1995 in Hamburg begann.

Copyright: Ökumenisches Forum Christlicher Frauen Europa (ÖFCFE) 2009
Zum vielfältigen Programm gehörte auch ein Ausflug nach Trakai, eine der ältesten Städte Litauens

Diesmal hatten die Frauen aus Litauen eingeladen und das Treffen mit viel Mühe und Sorgfalt vorbereitet. Sie hatten einen wunderschönen Tagungsort ausgewählt, abseits von Vilnius, mitten im Wald, in der Nähe ein See, der zum morgendlichen Bad einlud.
Die Abgeschiedenheit trug sehr zur Gemeinschaftsbildung bei, es war gemütlich, sich in den Pausen im Kiefernwald zum Gedankenaustausch oder zu einem Spaziergang zu treffen.
Die Frauen aus Litauen hatten aber auch ein reichhaltiges inhaltliches Programm vorbereitet, und wir setzten uns intensiv mit den befreienden und unterdrückenden Aspekten unserer Religion auseinander. Der Frage nachzugehen: Dein Glaube hat dir geholfen ?! war Wunsch der Frauen aus Litauen.

Kristina, eine ausgebildete Theologin aus Vilnius, beschrieb in ihrem Eingangsreferat - auch auf dem Hintergrund dessen, dass ihr als Frau der Predigtdienst, das Spenden der  Sakramente und die Gemeindeleitung versagt sind, sie ist Helferin im Pfarramt der ev.-luth. Kirchengemeinde, die patriarchalen Strukturen aller monotheistischen Religionen und der immer noch männlich orientierten und männlich dominierten Wirtschafts - und Gesellschaftsordnungen. Auch erinnerte sie an vorchristliche Zeiten, die Zeit des Matriarchats. Die Präsidentin der litauischen Frauenverbände nahm den Faden auf und sprach mit teils beeindruckenden Zahlen über die heutige Situation der Frauen in Litauen.
Auch die Teilnehmerinnen aus Lettland und Polen berichteten über die Situation der Frauen in ihrer Kirche und Gesellschaft.

Zilgme aus Lettland stellte ein Buch vor, welches lettische Theologinnen mit Unterstützung der Frauenarbeit des Gustav - Adolf Werks herausgebracht und auf dem Kirchentag in Bremen vorgestellt haben, um ihre Situation darzustellen. Auch in Lettland werden Theologinnen in der ev. luth. Kirche nicht ordiniert.

Malgorzata begann ihren Beitrag mit den Worten: “Ich bin zu frei, zu offen, zu mutig, das ist nicht repräsentativ für die Frauen in Polen“ und wies damit darauf hin, dass Frauen in Polen noch viele Hürden nehmen müssen auf dem Weg in eine gleichberechtigte Gesellschaft.

Beeindruckend war der Workshop mit einer jungen litauischen Kommunikationswissenschaftlerin zum Thema "Fundamentalismus“. Durch eine gute Methodenvielfalt regte sie alle zur intensiven Mitarbeit an, wobei die Sprachbarrieren eher in den Hintergrund traten.

Als zwei Frauen, die uns Mut machen können, stellte Johanna Friedlein in ihrer Bibelarbeit Schifra und Pua vor, hebräische  Hebammen, die sich aus ihrem großen Glauben heraus klug, diplomatisch und solidarisch einem Auftrag des Pharao widersetzen.
Mit Ute aus Hannover haben wir uns, in Anlehnung an theologische Gedanken von Dorothee Sölle, intensiv mit Fragen zur möglichen befreienden und lebensfördernden Kraft des Glaubens auseinander gesetzt: Es gilt, Staunen, Freude, Lebensleidenschaft und Begeisterung zu kultivieren, um lebensfeindlichen, unterdrückenden Strukturen zu widerstehen. Es gab intensive persönliche Gespräche. Ohne Worte aber in Tänzen konnten wir zum Ausdruck bringen, was uns zum Thema  bewegt.
Ein Ausflug in die Umgebung von Vilnius und ein Abschiedsabend mit einer Folkloregruppe rundeten das Programm ab.

Im Rückblick gab es viele positive Stimmen zu unserer Konferenz. Es bleibt Vieles, was wir zu Hause verarbeiten müssen, so die Stimmen der Teilnehmerinnen. Es gab Bedrückendes, aber auch viel Ermutigendes zu hören und zu erleben, darin waren wir uns einig. Olga, eine orthodoxe Christin aus Kaliningrad, sagte zum Abschluss: "Ökumene kann unsere Kirchen heller und fröhlicher machen“.

Wir danken dem Weltgebetstag, der Frauenarbeit des Gustav Adolf Werks, der Ev. luth. Kirche in Nordelbien, dem LKA Hannover und dem Konvent evangelischer Theologinnen für die finanzielle  Unterstützung unserer Konferenz.

Waltraud Liekefett

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Eine szenische Darstellung zur Bilbelarbeit : Die Geschichte von Schifra und Pua aus dem AT

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Ein wichtiger Teil der gemeinsamen Arbeit sind die Berichte zur Situation der Frauen in ihren Heimatländern. Hier berichten Biruta und Malgorjata aus Polen.

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Gemeinsame Tänze gehören auch zum Programm. Sie stärken die Gemeinschaft der Frauen.

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Die litauischen Gastgeberinnen hatten zum Abschiedsabend eine Trachtengruppe eingeladen; hier zwei Frauen in ihren wunderschönen traditionellen Kleidern.




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