Ökumenisches Forum Christlicher Frauen Europa (ÖFCFE)

Ecumenical Forum of European Christian Women (EFECW)
Forum Oecuménique de Femmes Chrétiennes d'Europe

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Nachbarinnen Treffen West
3. bis 6. Juni 2007 in Altenberg bei Köln

Nachbarinnen Treffen West - Köln 2007
Frauen aus Deutschland, Österreich,  Schweiz Belgien, Frankreich

Bericht

Kooperation  des Ökumenisches Forums christlicher Frauen in Europa (ÖFCFE) mit dem Frauenreferat der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) zum Thema Frauen im Migrationprozess

 Vom 3. - 6. Juni 2007  fand im Schatten des Altenberger Doms  ein Seminar zum Thema 'Knackpunkte der Integration von Migrantinnen im Europäischen Vergleich' statt.
In Vorträgen und Arbeitsgruppen beleuchteten 25 Fachfrauen aus Österreich, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Deutschland mit den verschiedensten Arbeitsmethoden den Lebensalltag von Frauen mit Migrationhintergrund. In ungewöhnlich informativen und aus engagierter Arbeit entwickelten Beiträgen wurden besonders die Bereiche Kommunikation, Gewalt und Gesundheit unter die Lupe genommen und sowohl positive Beispiele erläutert wie Defizite aufgedeckt.

Dabei wurden im grenzübergreifenden Austausch die Unterschiede im Umgang mit existenziellen Problemen von Frauen im Migrationprozess deutlich. Das Ziel, voneinander zu lernen und Anregungen für praktisches Handeln und politische Lobbyarbeit zu gewinnen, wurde in allen Problemfeldern erreicht, die von den Teilnehmerinnen bearbeitet wurden.

Wieder einmal wurde klar,  wie Frauen in der Migration mit besonderen Problemen zu kämpfen haben: von häuslicher Gewalt über Zwangsehe und Verbrechen im Namen der Ehre bis zu Menschenhandel und Zwangsprostitution. Auch die bedrückenden  Sprachprobleme, die nur über Sprachangebote im Aufnahmeland abgebaut werden können, wurden bei den mit großem Sachverstand geführten Diskussionen nicht außer Acht gelassen. 

Besonders beeindruckend waren die Beispiele, die zwei Vertreterinnen des Frauenhauses Duisburg  brachten. Neben den oben angeführten Themen gingen sie besonders auf die Gefahren bei Verwandtenehen (Erbkrankheiten) ein und erläuterten die Einzelheiten einer Kampagne, mit der sie in Migrantinnenkreisen Aufklärung hierzu betreiben. Ihr Anliegen ist es aber auch, Begegnung zu fördern, um Solidarität zu schaffen und eine beständige Zusammenarbeit mit dem lokalen  ´Beirat für Integration und Zuwanderung´ zu gewährleisten.

Im Bereich Gesundheit erfuhren die Teilnehmerinnen, dass Frauen als Flüchtlinge, die sich ohne Papiere in Deutschland aufhalten, besonders schlechte Karten haben, medizinisch versorgt zu werden. In Frankreich, der Schweiz und Österreich gibt es auch für ´Menschen ohne Papiere` eine Basisgesundheitsversorgung oder gar den Anspruch auf eine optimale Gesundheitsbetreuung, während die in unserem Land nur ´unter der Hand` von sozialen Institutionen oder privaten Initiativen geleistet wird.
Dass  sich dies ändern soll, haben sich die Teilnehmerinnen des Seminars auf die Fahnen geschrieben und vereinbarten als Handluungsempfehlungen,

  • dieses Thema in ihren Organisationen  zu einem Schwerpunkt der praktischen Arbeit  zu machen und daraus politischen Forderungen zu entwickeln, die zu einer Änderung des gesetzlichen  Rahmens führen;
  • zu forden, dass  in der Asylgesetzgebung der Schutz von Frauen vor der Abschiebung deutlicher zu berücksichtigen sei;
  • für verbesserte Bleibemöglichkeiten der Frauen bei notwendiger Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft zu kämpfen, auch wenn sie vor Ablauf der festgelegten Mindestdauer ansteht;
  • Druck auf EU Beitrittskandidaten auszuüben, damit die Förderung des Schutzes von Frauen eingehalten wird;
  • über  politische Arbeit die Heraufsetzung des Heiratsalters bei ausländischen Partnern zu befördern;
  • die Vereinheitlichung und Verbesserung des Zeuginnenschutzes zu befördern;
  • die Überprüfung der Gesetzesgrundlagen, ob EU-weit geschlechtsspezifische Verfolgung anerkannt wird.
  • die nationale und internationalen Netzwerkarbeit auszubauen, um die Lebenssituation und Integration von Migrantinnen zu verbessern.

Helga Sourek
Barbara Maubach

Pressemeldung und weitere Fotos zum Nachbarinnen Treffen

Das Seminar wurde finanziell vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.

 

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